28. März 2021

Erkenntnisse über den Boule-Dresscode von (ganz) früher bis heute...

 

NW/uh

22. März 2021

Nun auch in Schweden: Frühe Wikinger spielten Boule

  

Inspiriert durch die jüngsten Entdeckungen der französischen Paläoanthropologen Richard LaRaffle und Henri La Casquette (s. u.) hat die finnische Koryphäe auf dem Gebiet bronzezeitlicher Petroglyphen, Tiralotta Karrolainen, ihre Exponate aus dem schwedischen Tanum noch einmal gründlich unter die Lupe genommen und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass die Vorfahren der Wikinger bereits eine frühe Form des Boulespieles praktiziert haben, die einige Merkmale des modernen Pétanque aufweist. 

 

So ist auf den Steinritzungen zu erkennen, dass die Athleten aus einem Abwurfkreis heraus ihre, vermutlich bronzenen, Kugeln geworfen haben. Der Wurfstil unterschied sich noch von der heute üblichen Rückdrall-Technik und erinnert eher an den „Schlagballwurf” eines Mädchens. Es ist jedoch deutlich zu erkennen, dass das Ziel des Wurfes schon damals eine Sau war, allerdings im wörtlichen Sinne.

Da die nordischen Steinmetze noch nicht sehr weit in der Anwendung perspektivischer Stilmittel waren, erscheinen Dimensionen und Proportionen auf den Darstellungen etwas irreal (künstlerische Freiheit...). Ein erstaunliches Sujet ist, dass schon vor 2500 Jahren die Sau markiert worden ist. Wahrscheinlich hat es sich um (noch) lebende Tiere gehandelt, weshalb eine Kennzeichnung der Position sehr vorausschauend war. Ebenso fällt auf, dass bereits die Formation „Mixte“ gebräuchlich war. (siehe Abb. 1).

Schiedsrichter sind auf den Szenen nicht zu erkennen, weshalb Differenzen bezüglich der Regelauslegung mit Waffengewalt geklärt wurden.

Deutlich ist auszumachen, dass die Sportler, wie antike Olympioniken, nackt*) auftraten und den Wettkampf offensichtlich sehr erregend fanden. Die Popularität dieser Wettkämpfe muss sehr groß gewesen sein, wie man an der Vielzahl der Shuttle-Boote, die das Publikum zum Austragungsort gebracht haben, erkennen kann (siehe Abb. 2). 

Eine Parallele zu den Funden in der Dordogne besteht in der Darstellung einer nordischen „Fanny“ (siehe Abb. 3). Um das Privileg des Kusses wurde allerdings heftig gestritten, bevor man 2500 Jahre später in La Ciotat zu einer friedlicheren Methode der Entscheidungsfindung überging.

 

All diese in den vergangenen Wochen ans Tageslicht gekommenen neuen Erkenntnisse machen sehr neugierig darauf, ob es vielleicht auch noch in anderen alten Kulturen wie z. B. Maya, Inkas, oder Sachsen versteckte Hinweise auf frühe Formen des Boulespieles gibt. Wir dürfen gespannt sein...

 Abbildung 1                                                    Abbildung 2                                      Abbildung 3

 

*) Anmerkung: Auch heute gibt es etliche Bouleclubs, die dem nackten Spiel frönen, siehe hier > ...

NW/uh

16. März 2021

Weitere spektakuläre Entdeckung in der Dordogne

  

Seit 1911 Gaston Biberon in Laussel, Dordogne, die „Venus von Laussel” entdeckt hat, rätseln Paläoanthropologen weltweit über die Bedeutung dieser 25000 Jahre alten Darstellung einer Frau.

Insbesondere die 13 Einkerbungen in dem Horn, das sie in ihrer rechten Hand hält (siehe Vergrößerung), ja geradezu demonstrativ vorzeigt, sind seitdem Gegenstand intensiver Forschungsarbeit.

Es ist davon auszugehen, dass sie sozusagen ein Nummerngirl war, das nach jeder Aufnahme den Zuschauern den Spielstand einer Partie Boule präsentierte. Da vor 25000 Jahren noch niemand schreiben konnte, musste ein Strichcode genügen. Schon damals war bei 13 Kerben das Spiel entschieden.

Darüber hinaus, so die naheliegende Theorie, könnte es sich zudem um die Darstellung der Ur-Fanny handeln. Geht man von dieser Annahme aus, wäre der Ursprung der Legende vom „Kuss auf den Po” deutlich früher als bisher angenommen.

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Angeregt durch den Fund einer neolithischen Jagdszene mit Boule-Jägern (siehe Bericht unten vom 14. März 2021), hat der Leiter des Musée d’Aquitaine Dr. Richard LaRaffle (ein ambitionierter Pétanque-Spieler) es gewagt, die Rückseite der Venus freizulegen und dabei die Zeichen mesolithischer Handwerker gefunden, die die gefeierten Boule-Jäger mit der wertvollen Ausrüstung versahen. Basierend auf diesen Erkenntnissen  kann die Frage nach dem Sinn der Darstellung der Venus als beantwortet gelten.

  

Wir sind gespannt, was in nächster Zeit noch in der Dordogne aufgedeckt werden wird.

NW/uh

14. März 2021

Sensationsfund in den Höhlen von Lascaux

 

Französische Höhlenforscher haben in den Grotten  von Lascaux, Frankreich, Departement Dordogne, eine sensationelle Entdeckung gemacht, die endlich Licht in das Dunkel der Frage „Wo liegen die Wurzeln des Boule-Spieles ?” gebracht hat.

In den jüngst gefundenen Felszeichnungen sind „Tireure” zu erkennen, die sich mit kugelähnlichen Wurfgeschossen an der Jagd nach Wildtieren beteiligen und somit einen fundamentalen Beitrag zur Ernährung und zum Überleben ihrer Sippe leisten. Die „Neolithische Revolution” wird also nicht nur gekennzeichnet durch den Übergang vom Sammler zum Ackerbauern, vom Jäger zum Viehzüchter, sondern vor allem durch die Ablösung alter Jagdtechniken durch neue, effektivere Methoden des Abschlachtens.

Auf den entdeckten Malereien werden beide Methoden gegenübergestellt: Einerseits die altmodischen Jäger, die mit herkömmlichen Mitteln wie Pfeil und Bogen quasi „ins Blaue” abziehen, in der Hoffnung, irgendwann einmal etwas zu treffen; andererseits die effektiveren, modernen Kugelwerfer, die mit bisher nicht gekannter Präzision, quasi „au corps” auch größere Wildtiere mit einem Treffer zur Strecke bringen können.

 

Der Leiter der französischen Forschungsexpedition, Henri La Casquette, sieht eindeutige Belege dafür, dass die steinzeitlichen Jagdtechniken auch die Nomenklatur des modernen Pétanque nachhaltig beeinflusst haben. Insbesondere führt er die Beispiele „er-legen” und „er-schießen” an. Aber auch für den frankophonen Begriff „Tireur” sieht er die Wurzeln im Neolithikum; man jagte schließlich Tiere.

  

Es ist nunmehr an der Zeit, dass in der Wahrnehmung des Boulesportes durch die Öffentlichkeit den Boulisten endlich ein angemessener Platz neben anderen archaischen Kämpfern (Speerwerfern, Diskuswerfern, Bogenschießen u.v.a.) zuteil wird. Das IOC hat bereits reagiert und wird Pétanque in den Wettkampfplan aufnehmen. Ebenso wird daran gedacht, bei den Herren den Zehnkampf (Dekathlon) um die Disziplin „Tirer” zu erweitern und einen Elfkampf (Entekathlon) durchzuführen. Gegen solche Pläne läuft die internationale Sportlergewerkschaft WPA allerdings Sturm und fordert, dafür das nicht mehr zeitgemäße Speerwerfen aus der Liste zu streichen.

Die Damen stehen derartigen Plänen aufgeschlossener gegenüber und können sich vorstellen, aus dem Siebenkampf einen Achtkampf (Oktathlon) zu machen.

  

Wie auch immer – einige Kapitel der Geschichte des Boulesports müssen neu geschrieben werden !

NW/uh