1. April 2021

Neuste Erkenntnisse verändern Gestaltungspläne des Crazy Horse Memorial

Die Idee, ein Indianer-Denkmal zu gestalten, geht auf das Jahr 1939 zurück. Nach langjährigen Vorplanungen und Vorbereitungen wurde unter Leitung des Bildhauers Korczak Ziolkowski 1948 mit den Arbeiten begonnen. Seitdem wurden rund 10 Millionen Tonnen Granit aus der Felswand gesprengt. Trotzdem konnte bisher nur das Gesicht im Jahre 1998 fertiggestellt werden.

Man geht davon aus, dass bis zur Vollendung des Monuments noch rund 100 Jahre vergehen werden...

Fertiggestellt soll die Skulptur Crazy Horse auf einem Pferd sitzend und mit dem ausgestreckten linken Arm (er war Linkshänder) und nach Osten weisenden Finger zeigen. Das fertige Monument wird 195 m lang und 172 m hoch sein.

 

Crazy Horse (indianischer Lakota-Name Tashunka Witko), der „Namensgeber” des gigantischen Monuments, wurde wahrscheinlich 1838 geboren, andere Quellen gehen von 1840 aus; der Geburtsort ist unbekannt. Er starb im Jahre 1877 im Fort Robinson, Nebraska, wo er sich zu Friedensverhandlungen aufhielt, nach einer gewalttätigen Auseinandersetzung an den Folgen mehrerer Stichverletzungen; einige Quellen gehen von einem gezielten Mordanschlag aus. 

Das Leben von Crazy Horse war geprägt von diversen kriegerischen Auseinandersetzungen mit dem US-Heer. U. a. war er indirekt an der Niederlage des 7. US-Kavallerie-Regiments unter der Führung von General George A. Custer in der Schlacht vom Little Bighorn beteiligt. 

Doch im Laufe der Jahre erkannte Crazy Horse, dass es für sein Volk und alle Stämme zukünftig nur ein friedliches Miteinander mit den weißen Siedlern geben könne. Für diese Vision setzte er sich immer aktiver ein.

Über das „private” Leben von Crazy Horse war bisher nichts bekannt. Nun aber hat Dr. Marilyn „White Flower” Bee, freie Mitarbeiterin der gemeinnützigen Crazy Horse Memorial Foundation, nach dem Auffinden verschollen geglaubter Dokumente und intensiver Recherchen, eine Aufsehen erregende Entdeckung gemacht: Crazy Horse war seit seiner Kindheit begeisterter Boulespieler ! Wie aus den Aufzeichnungen aus dem Jahre 1851 hervorgeht, hatte er Kontakt zu französischen Siedlern, die ihm das Spiel beibrachten. Einmal „infiziert” warf er "bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit seinen Kugeln nur so um sich", so  Dr. Marilyn „White Flower” Bee in der Pressekonferenz zur Vorstellung ihres Forschungsberichts. Seine Leidenschaft für den Kugelsport "verbreitete sich in den folgenden Jahren wie ein Präriebrand unter den Stämmen und den Siedlern."

So kam es 1870 zu den 1. All Native American Championchips, die Crazy Horse in „einem packenden Finale” knapp gegen Sitting Bull gewinnen konnte. Im darauf folgenden Jahr ließ Crazy Horse seinem Widersacher General George A. Custer bei den 1. All American Championchips (die von vielen indianischen Spielern boykottiert wurden) keine Chance und gewann deutlich.

(Anmerkung: Beide Meisterschaften wurden als Tête, also „Mann gegen Mann” ausgetragen, Spielerinnen waren noch nicht zugelassen.) 

Aufgrund dieser neuen Erkenntnisse über das Leben und Wirken von Crazy Horse hat sich die Crazy Horse Memorial Foundation nun entschlossen, das ursprünglich geplante Monument zu verändern: Anstelle des nach Osten weisenden Fingers (s. o.) soll die Figur nun eine goldenfarbige Boulekugel in der Hand halten. In das Modell des Monuments ist die Änderung schon eingearbeitet.

Diese Umgestaltung soll einerseits den kriegerischen Anführer, andererseits aber auch den erfolgreichen Boule-Sportler symbolisieren. 

uh